Die Affäre war meine
Ich bin Stefan Windstoßer und begleite Paare nach einer Affäre.
Ich kann das, weil ich es selbst durch habe. Erst als der, der etwas versteckt hat. Dann als der, der es gesagt hat. Und dann ein Jahr lang als der, der mit seiner Partnerin herausfinden musste, ob das noch zu bauen ist.
Ich hatte keine Landkarte, keine Vision und kein Vorbild. Ich hatte nie ein Paar gesehen, bei dem es nach so etwas weiterging. Und ich war nicht mutig genug, mit meiner großen Liebe darüber zu reden, dass mir etwas fehlte. Also habe ich meinen Ausweg im Außen gesucht.
Die Affäre war meine. Nicht ihre. Das gehört mir, und das habe ich gesagt. Was danach kam, gehörte uns beiden: das ehrlichste Jahr, das wir je hatten, streckenweise brutal. Wir haben nicht die alte Beziehung geflickt. Wir haben verhandelt, was bei uns gilt und was nicht, und warum. Am Ende stand eine neue da.
Uns hat kein Wille gefehlt und keine Liebe. Uns hat eine Karte gefehlt. Niemand hatte uns je gezeigt, dass das, was bei uns passiert, einen Namen hat und eine Richtung.
Diese Karte habe ich mir danach gebaut. Heute lege ich sie Paaren auf den Tisch, die gerade da stehen, wo wir standen. Kein Muster zum Kopieren. Ein Beweis, dass es geht.
Was ich glaube
Eine Affäre ist das, was passiert, statt eines Gesprächs. Die Feigheit liegt vor dem Bett, nicht darin.
Ein Schwur macht nichts besser. Besser wird eine Beziehung, wenn beide verstehen, was sie sich gebaut haben, und es zusammen ändern.
Beziehung ist nicht der Ort, an dem man sich ausruht. Sie ist das Feld, auf dem am meisten zu holen ist. Wir dachten, wir wüssten, was Beziehung ist. Das war falsch gedacht. Sie ist unser stärkstes Wachstumsfeld geworden.
Wenn du beim Lesen an euch gedacht hast, lass uns reden.